JAMMERFASTEN – ich verzichte aufs Drama

Ich möchte eine Thema aufgreifen, was eine Klientin beschrieben hat, die für einige Zeit auf „jammern“ bzw. auf Bewertungen und negative Gedankenschleifen verzichten wollte: 
„Wenn es einige Zeit besonders gut war, dann überrascht mich immer wieder in heftiger Deutlichkeit mein Ego. In einer Situation, in der nichts dramatisches passiert ist, rege ich mich auf, explodiere regelrecht , überhaupt nicht der Situation angemessen.“

Das ist ein spannender Sachverhalt und er führt uns auch jenseits unserer Gedankenstrukturen.

Und zwar ist das Verstandesdenken in unserer Kultur eher negativ konditioniert: es geht darum, möglichst sicher zu leben und Unsicherheiten auszuschließen (wir habe eine Menge Versicherungen, die wir abschließen können), es geht darum zu betonen, was alles schlecht läuft (die Bahnen kommen immer zu spät, der Strassenasphalt ist löchrig…), das Schauen auf den Mangel ist sehr verbreitet.
Im Yoga würden wir sagen, wie befinden uns im „negative mind“.

Okay. 
Nun richten wir beim Jammerfasten die Aufmerksamkeit auf die Fülle, auf die Schönheiten im Leben und dorthin, wo das Glas „halbvoll ist“.
IM Yoga würden wir sagen, wie sind damit im „positive mind“.
Damit sind wir allerdings noch in der Dualität.

Und damit sind auch noch nicht unbedingt tiefere Schichten erreicht, wo Anteile von uns noch ein Schattendasein führen. 
Da sind in jedem von uns ein „unterernährtes Kind“, ein inneres Kind, was nicht die Aufmerksamkeit und Fürsorge bekommen hat, was jedes Kind benötigt, um wohlig, rund und selbstsicher zu gedeihen.
Und „dieses Kind“ bzw. diese Anteile zeigen sich dann ab und zu, kommen an die Oberfläche und wollen gewürdigt und WIRKLICH befriedet und beachtet werden.
Manchmal zeigen sie sich , indem wir „explodieren“, manchmal, indem wir traurig werden oder uns (eben der Situation unangemessen) auf einmal verletzt zurück ziehen.

Seien wir uns also bewusst, dass es da neben dem „negative mind“ (der uns im Übrigen evolutionsbedingt auch vor Gefahren schützen soll) den „positive mind“ gibt als auch eine Instanz, die über beide hinaus geht:
Der „neutrale Mind“. 

Wenn wir im neutralen Mind sind, sehen wir das „negative“ und das „positive“, bleiben aber in unserer Mitte, in unserem Herzen und schauen von dort aus: was braucht die Situation JETZT?
Wir bleiben auf einem neutralen Punkt und können uns dann auch um unsere „inneren Kinder“ angemessen kümmern, ohne die Situation im Außen dafür verantwortlich zu machen – sie war nur der Trigger, der Anstoß, um auf den „unterernährten Teil“ aufmerksam zu machen.

Kennt Ihr Euren „Mind“? 🙂

Dein Kopf kann es nicht wissen!

Dein Kopf kann es nicht wissen

Wir oft zermartern wir uns den Kopf:
„Oje, was kann nicht alles passieren?“
Oder: „Was kann ich tun, dass das und das passiert?“
Oder: „Was kann ich tun, dass das und das nicht (wieder) passiert?“

Gedanken führen bekanntlich ein sehr autonomes und sprunghaftes Leben.
Sie sind Radaubrüder (und Radauschwestern…).
Sie generieren Emotionen und – wenn es um eine ungewisse Zukunft geht – vorzugsweise Ängste.

Es gibt den schönen Spruch:
„Glaube nicht alles, was Du denkst!“
Denn gerne schenken wir unseren Gedanken eine große Beachtung,
die sie aber nicht verdienen.
Denn Gedanken sind häufig gespeist aus dem,
was Autoritäten in unserer Kindheit ausgesprochen haben:
„Das wird noch böse enden!“
„Das brauchst Du nicht probieren, das funktioniert eh nicht.“
„Wenn Du DAS tust, dann stehst Du ganz alleine da!“
Etc. pp. … und pp…

Okay, wenn wir also unseren Gedanken nicht Glauben schenken sollen, wem oder was dann?
Es gibt eine Instanz in uns,
ich nenne es: „Das wissende Feld“,
das verbunden ist mit Deiner inneren Weisheit und Wahrheit
und was Du anzapfen kannst,
wenn Du z.B. wissen willst, was der nächste Schritt in Deinem Leben ist.

Um damit in Kontakt zu kommen,
musst Du NACH INNEN LAUSCHEN,
die Gedanken ziehen lassen, ausatmen, sinken
und lauschen, was Dein Herz Dir zuflüstert
oder Dein Bauchgefühl zu melden hat.
Dein Kopf jedenfalls kann es nicht wissen.